1.000.000 Türmodulträger mit FiberForm
Brose produziert mit KraussMaffei-Technologie in der Großserie

Seit 2018 liefert Brose jährlich mehr als eine Million Türmodul-Aggregateträger für den Automobilbereich. Produziert werden sie auf Fiberform-Anlagen von KraussMaffei. Dank des Einsatzes endlosfaserverstärkter thermoplastischer Organobleche, reduzierter Wandstärken und einer Intergralbauweise spart das Modul je Fahrzeug gegenüber vergleichbaren Kompaktspritzgießbauteilen 1,6 kg an Gewicht ein und ist zugleich crashsicherer.

Text Dr. Ing. Mesut Cetin, Michael Thienel  Fotos KraussMaffei

Bereits 1996 brachte Brose als erster Hersteller Türmodule auf den Markt, die zunächst im VW Passat zum Einsatz kamen. Auf einer Trägerplatte waren wesentliche Funktionen in der Tür vereint, neben dem Fensterheber etwa auch Schloss, Zentralverriegelung, Lautsprecher und Kabelsatz. Das Familienunternehmen entwickelte sich in der Folge vom Komponentenlieferanten zum Systemintegrator.

Fahrzeugtüren werden immer ein wichtiger Bestandteil im Automobilbau bleiben, sowohl in Elektrofahrzeugen als auch in herkömmlichen Verbrennungsfahrzeugen. Eine Automobiltür besteht in der Regel aus drei Hauptkomponenten:

  • Türaußenschale
  • Türmodulträger
  • Türinnenschale

Die Türaußenschale wird zumeist aus einem lackierfähigen Material hergestellt und ist für den Kunden ebenso sichtbar wie die Türinnenschale, mit der der Fahrer während der Fahrt in Berührung kommt.

Eine nicht sichtbare, aber wichtige und funktionale Komponente ist der Türmodulträger. Auf diesem werden die Lautsprecher, das Verriegelungssystem, Kabelbäume, der Fensterheber, die Fensteranbindung und -führung sowie Crashsensoren integriert. Die Entwicklungshistorie des Türmoduls ist vergleichbar mit anderen Automobilkomponenten. Zunächst bestanden die Träger aus Metall, das in die richtige Form gebracht werden musste. Die Führungsschienen wurden in einem separaten Prozessschritt mit dem Träger stoffschlüssig verbunden. Im Lauf der Jahre und der stetigen Weiterentwicklung des Spritzgießprozesses und der Spritzgießmaterialien wurden viele Automobilkomponenten in Stahl- und Aluminiumbauweisen durch Kunststoffmaterialien substituiert.

So auch der Türmodulträger, der zunächst ohne Faserverstärkung und anschließend als kurzfaserverstärktes Kompaktspritzgießbauteil hergestellt wurde. Die Fensterschienen wurden dabei anfangs nachträglich in einem separaten Schritt an den Träger montiert, bevor Sie dann vollständig in einem Spritzgießprozess integriert wurden. Letzteres ist heute noch bei vielen Automobilzulieferern gängig.

Dr. Mesut Cetin

über die Möglichkeiten der FiberForm-Technologie.

Kontakt

Dr. Ing. Mesut Cetin
mesut.cetin@kraussmaffei.com

Gruppenleiter Produktmanagement bei der KraussMaffei Automation GmbH in Oberding-Schwaig