2011 bis 2018: Faserverstärkter Leichtbau mit RTM
KraussMaffei avanciert zum Weltmarktführer

Beim Resin Transfer Molding (RTM) hängt die KraussMaffei Reaktionstechnik weltweit die Konkurrenz ab. Später folgt mit der Präsentation des innovativen Pultrusionsverfahren iPul der nächste Coup.

Text Petra Rehmet  Fotos KraussMaffei

Resin Transfer Molding ist ein beliebtes Verfahren zur Herstellung von faserverstärkten Bauteilen, wie sie im Leichtbau unter anderem für Fahrzeuge gebraucht werden. Bei diesem Verfahren werden Fasermatten ins Werkzeug eingelegt und mit einem flüssigen Harz-Härter-Gemisch unter Druck umgossen. Unter Wärmezufuhr reagiert das Harz dann im weiteren Prozess, wodurch ein fester Körper entsteht. Die Vorteile des Verfahrens sind vielfältig: Kurze Zykluszeiten, hohes Automatisierungspotenzial, hochwertige, feste Endprodukte und eine hohe Prozesssicherheit.

Fünf verschiedene RTM-Verfahren

Mit HP-RTM, C-RTM, T-RTM, Surface-RTM und Nasspressen (Wetmolding) hat KraussMaffei im Laufe der Zeit eine Gruppe von Verarbeitungsverfahren in diesem Bereich hervorgebracht. Beim HP-RTM-Verfahren (High Pressure Resin Transfer Molding) werden niederviskose, reaktive Epoxid- und PUR-Systeme in die Kavität injiziert. Dies geschieht, um jede einzelne Faser ohne Lufteinschlüsse zu benetzen. Beim C-RTM-Verfahren (Compression RTM) wird die Matrix in das spaltgeöffnete Werkzeug eingetragen. Anschließend wird das Gemisch mit einem Kompressionshub durch das Preform gedrückt, sodass dieses vollständig durchtränkt wird. Mit dem Surface-RTM-Verfahren lassen sich besonders gut faserverstärkte Sichtbauteile für den Fahrzeugbau lackierfähig und kostengünstig in Serie herstellen. Im Nasspress-Verfahren (Wetmolding) können sogar Recyclingfasern zum Einsatz kommen, wie sie beispielsweise beim Zuschnitt von Fasermatten anfallen.

Meilenstein in der Pultrusion

Eine weitere reaktionstechnische Innovation stellte KraussMaffei erst 2017 vor. Die iPul-Pultrusionsanlage, ist die erste Komplettanlage für das kontinuierliche Strangziehen. Auf dem Competence Forum im Juni 2018 zeigte KraussMaffei die Anlage in Aktion. Mit ihr lassen sich Produktionsgeschwindigkeiten im Vergleich zum üblichen Wannenverfahren mehr als verdoppeln. Ein wichtiger Bestandteil der neuen Anlage ist die eigens für das Pultrusionsverfahren optimierte Dosiertechnik. Sie injiziert das Matrixmaterial direkt und kontinuierlich in die Injektionsbox. Dadurch lassen sich Matrixsysteme mit erhöhter Reaktivität verarbeiten, welche wiederum gezielt auf die Eigenschaften des Endproduktes abgestimmt werden können. Das Ergebnis sind Komponenten mit hohem Faservolumengehalt, also hoher Festigkeit, bei geringem Gewicht. Daraus ergibt sich großes Potenzial für Anwendungen in Windkraft und Bau.

Pioniergeist auch in der Zukunft

50 Jahre Reaktionstechnik bei KraussMaffei, haben die Entwicklung der PUR-Verarbeitung weltweit maßgeblich vorangetrieben. Auch in Zukunft Herausforderungen als Ansporn für die Entwicklung neuer Technologien dienen – ganz im Sinne von Technology Pioneers.

Kontakt

Philipp Zimmermann
philipp.zimmermann@kraussmaffei.com

Leiter Business Unit Composites/Surfaces