"Die entscheidende Frage lautet: Was brauchen unsere Kunden?"
Dr. Volker Nilles wird Executive Vice President der Division Neumaschinen

Anfang Januar kam Volker Nilles zu KraussMaffei. Nach sieben Monaten zieht der Leiter der neuen Business Division "Neumaschinen" eine Zwischenbilanz – und setzt auf eine Kultur des Miteinanders und der weltweiten Zusammenarbeit.

Text Uli Pecher  Fotos KraussMaffei

Volker Nilles begann seine berufliche Laufbahn an der Technischen Universität München, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Betriebswirtschaft, dann als Bereichsleiter Innovationsmanagement und Werksentwicklung. Auf die Promotion im Jahr 2001 (Thema: "Effiziente Gestaltung von Produktordnungssystemen") folgten Stationen unter anderem bei ThyssenKrupp Metal Cutting (Ludwigsburg), dem Industrietechnik-Konzern Bosch Rexroth (u.a. Witten) und dem Baumaschinenhersteller Kleemann in Göppingen, wo er neun Jahre lang als CEO die Geschäfte verantwortete.

Dr. Volker Nilles
Dr. Volker Nilles
ist Executive Vice President der Division "Neumaschinen"

Seit Januar 2020 ist Nilles nun also bei KraussMaffei und wieder zurück in München ("ist und bleibt meine Lieblingsstadt in Deutschland"). Zunächst leitete er den Bereich Spritzgießtechnik, am 1. August übernahm er die neue Business Division "Neumaschinen".

"Wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden wir auch in schwierigen Zeiten erfolgreich sein."
Dr. Volker Nilles, Leiter Neumaschinen bei KraussMaffei

Während seiner ersten Monate in Allach hat er sich das Unternehmen sehr genau angesehen. Was ihn dabei auf den ersten Blick am meisten beeindruckt hat, sind die Menschen, die hier arbeiten. "Wir verfügen über sehr hohe Fachkompetenz, ganz viel Wissen über Produkte, Applikationen, Technologie und die Märkte", sagt Nilles. "Und auch über sehr viel Leidenschaft."

Darauf will er aufbauen: "Das Engagement der Menschen, ihr Gemeinschaftsgefühl und die Begeisterung für ihre Arbeit sind große Stärken von KraussMaffei". Nilles setzt "auf eine Kultur des Miteinanders und der weltweiten Zusammenarbeit". Für ihn ist klar: "Wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden wir auch in schwierigen Zeiten erfolgreich sein."

Fokus auf mittel- und langfristige Entwicklung der Marktanteile

Denn auf den zweiten Blick hat er schon genau erkannt, wo die viele Leidenschaft in Zukunft möglichst hingeleitet werden muss. Für Nilles lautet die alles entscheidende Frage nicht: "Was können unsere Maschinen?". Sondern: "Was brauchen unsere Kunden?" Denn die Technik allein (die KraussMaffei meisterhaft beherrscht) führt nicht zu einem Wettbewerbsvorteil für das eigene Unternehmen, wenn sie nicht zu Vorteilen für die Kunden führt.

Eine der Schlüsselgrößen ist für ihn die mittel- und langfristige Entwicklung der Marktanteile, die er mit Hilfe von allen Mitarbeitern ausbauen möchte. Um das erfolgreich und nachweisbar tun zu können, hat er drei Messgrößen definiert:  eben erstens die besagten Marktanteile – also der Prozentwert, den KraussMaffei am Weltmarkt und in den einzelnen Regionalmärkten hält. Zweitens die "Market-Coverage" – also die Frage danach, "bei wie vielen Ausschreibungen wir beteiligt sind". Und schließlich drittens die "Hitrate" – sie zeigt an, "wieviel Prozent der Ausschreibungen wir gewinnen, an denen wir beteiligt sind.“

Um all diese Messgrößen nach oben zu treiben, so Nilles, "müssen wir uns noch viel stärker auf die Anwendungen fokussieren. Anwendungen, die unsere Kunden in die Lage versetzen, kostengünstiger zu produzieren, niedrigere Stückkosten zu erzielen und selbst Marktanteile zu gewinnen". Eigentlich könnte man Nilles‘ Erfolgsrezept auf eine einfache Formel bringen: Wir helfen unseren Kunden, Marktanteile zu gewinnen – und gewinnen dadurch selbst welche.

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