Von der Dampflok bis Plastics 4.0
KraussMaffeis Innovationen im Spiegel der Zeit

Blick zurück nach vorn – KraussMaffei hat eine lange Historie als Innovationstreiber: Von Loks über die erste Labormaschine Alpha 1 bis zur smarten Spritzgießmaschine in Zeiten von Industrie 4.0.

Text KraussMaffei  Fotos KraussMaffei

Als Joseph Anton von Maffei 1838 und Georg Krauss 1866 ihre Werke in München gründen, aus denen später unsere KraussMaffei Group hervorgehen sollte, gibt es ein vielversprechendes Geschäft: Dampfloks. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten stellen sich bei Maffei alsbald erste Erfolge ein. So kann seine 72. Lok “Bavaria“ 1851 den nach damaligen Maßstäben anspruchsvollen Wettbewerb für Steilrampen-Lokomotiven am Semmering  - mit über 400 Metern Höhenunterschied und starken Steigungen - für sich entscheiden. Krauss` erste Lok "Landwührden“ wird sogar auf der Pariser Weltausstellung 1867 prämiert. In der Folge beginnt das Exportgeschäft in beiden Werken zu florieren und man betätigt sich bald in neuen Geschäftsgebieten wie dem Schiffs-, Torfmaschinen- und Brückenbau.

Die erste Lokomotive:
Die erste Lokomotive:
"Der Münchner" wurde 1841 vom Eisenwerk Hirschau ausgeliefert.

Das Hauptgeschäft bleiben stets Lokomotiven. Mitte der 1920er Jahre gerät der Lokomotivbau im Zuge der großen Depression und starken Absatzschwankungen jedoch zunehmend in die Krise, von der sich die inzwischen unter einem Dach vereinigten Werke erst einige Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges erholen sollten. Nichtsdestotrotz werden in den krisengeplagten Jahren auch erste Grundsteine für spätere Erfolge gelegt. Die Berstorff GmbH in Hannover entwickelt zum Beispiel den weltweit ersten Kalander für Kunststofffolien.

Mitte 1950: Einstieg ins Kunststoffgeschäft

Nach schwierigen Nachkriegsjahren, in denen mitunter auch Omnibusse bei KraussMaffei vom Band laufen, folgt Mitte der 1950er Jahre der Einstieg ins Kunststoffgeschäft. Bereits 1957 kann die weltweit erste vollautomatisch arbeitende Großspritzgießmaschine von KraussMaffei vorgestellt werden. Innovationen wie diese und unsere erste Hochdruckverarbeitungsmaschine führen dazu, dass wir bis Ende der 1960er Jahre zu den Vorreitern in Sachen Kunststoffverarbeitung gehören. 1979 findet mit der Vorstellung der A-Baureihe die erste vollgeregelte, hydraulische Spritzgießmaschine den Weg in unser Portfolio. Die Ende der 1980er entwickelte multifunktionale Labormaschine Alpha 1 mit ihrer 5.000 t Schließkraft, mehr als 12 m Höhe, 18 m Breite und Länge sprengt alle damals bekannten Dimensionen der Branche und eröffnet der Verarbeitungstechnik völlig neuartige Möglichkeiten.

Denn die Alpha 1 kombiniert Spritzgieß- und Pressverfahren zur Verarbeitung thermoplastischer und faserverstärkter Kunststoffe, was sie für die Herstellung großflächiger Automobilteile wie Karosserien unter Verwendung unterschiedlicher thermoplastischer Materialien prädestiniert. Die Innovation bleibt allerdings trotz ihrer Fortschrittlichkeit ein Prototyp, zeigt jedoch exemplarisch wie bei KraussMaffei unter Anwendung prozess- und lösungsorientiertem Ingenieurs-Know-how gepaart mit Forscherdrang und Querdenken Innovationen entwickelt werden.

Leitinnovationen in der Kunststoffindustrie

In den darauffolgenden Jahren zählen die Weltpremiere des Einschnecken-Homogenisierextruders von Berstorff, die vier Jahre später durch KraussMaffei Berstorff vorgestellte QuickSwitch-Technologie zum Inline-Dimensionswechsel auf Knopfdruck und die durch Netstal entwickelte erste Version der Maschinenbaureihe ELION zu unseren Leitinnovationen. So bringt KraussMaffei früher wie heute regelmäßig Weltneuheiten für die Kunststoff- und Kautschukverarbeitende Industrie auf den Weg.

Beim Competence Forum 2018 zeigten die Segmente der KraussMaffei Group anhand von 25 live Demonstrationen die neusten technischen Entwicklungen: darunter die voll-elektrische Spritzgießmaschinenbaureihe PX 25 und PX 320. Weitere Höhepunkte waren die Demonstrationen der Spritzgießmaschine MX 1600, welche durch die Verarbeitung von Glashohlkugeln, die Herstellung sehr leichter Komponenten wie Fahrzeugspoiler mit makelloser, besonders gut lackierfähiger Oberfläche ermöglicht und die erstmals 2010 auf der K in Düsseldorf vorgestellte und inzwischen weiterentwickelte ColorForm-Anwendung. Sie vereint ähnlich wie damals die Alpha 1 zwei Verfahren, namentlich die der Spritzgieß- und Reaktionstechnik und ermöglicht damit die Produktion von Komponenten mit hochglänzenden Oberflächen in Farbe, wie sie oft im Leichtbau für Fahrzeuge benötigt werden. Damit bietet die KraussMaffei Group automatisch arbeitende Maschinenbaureihen, die den Anforderungen der Digitalisierung, die auch den industriellen Sektor zunehmend zu wandeln beginnt, gewachsen sind.

Smarte Produktionssysteme

wie das MES MaXecution sind die Zukunft von KraussMaffei.

Smarte Produkte für die Kunststoffbranche

Mit den Lösungen im Bereich E-Services, Datenerfassung und -Analyse bietet die KraussMaffei Group ebenfalls was es braucht, um die Branche smarter, produktiver beziehungsweise stetig besser zu machen und treibt so die gesamte Branche mit Innovationen voran.