Effektvolle Erweiterung
PolyComp setzt auf ZE BluePower Extruder

Die PolyComp GmbH in Norderstedt bei Hamburg ist auf die Lohnverarbeitung und Lizenzherstellung komplexer technischer Kunststoffe spezialisiert. Bereits zum vierten Mal hat sich das Unternehmen für eine Extrusionslinie von KraussMaffei Berstorff entschieden.

Text Andreas Weseler  Fotos PolyComp GmbH

Dipl.-Ing. Simone Patermann, Bereichsleiterin Verfahrenstechnik & Projekte bei PolyComp, nennt die Gründe für die jüngste Investitionsentscheidung: "Zum einen haben wir mit unseren anderen drei Linien der Firma Berstorff sehr positive Erfahrungen gemacht. Zum anderen stärkt es das Vertrauen unserer Kunden in uns, wenn wir ihnen die gleiche Anlagentechnologie bieten können, die sie in ihren eigenen Betrieben verwenden.“

Breites Spektrum an Produkten

Aber auch die großen technischen und betriebswirtschaftlichen Vorzüge haben zu dem Beschluss beigetragen: "Hauptvorteile sind für uns auch die geringen Ausfallzeiten bei hoher Flexibilität durch eine wartungsfreundliche Konstruktion und die geringen Umbauzeiten. Alles zusammen ermöglicht es, dass wir ein breites Spektrum an Produkten für unsere Kunden abbilden können“, so Patermann.

Zweischneckenextruder ZE BluePower
Zweischneckenextruder ZE BluePower
Hohe Flexibilität und geringe Ausfallzeiten

Installiert hat PolyComp eine komplette Extrusionslinie von der Materialdosierung über die Compoundierung bis zur Abförderung. Kernstück ist ein Zweischneckenextruder ZE65x50D der Baureihe ZE BluePower. Die Maschine ist für Durchsatzleistungen bis zu 1.500 Kilogramm pro Stunde optimiert.  Dank eines Modulbaukastens aus 4 und 6 D langen Zylindereinheiten mit optimierter Kühlung sowie unterschiedlichster Schneckenelemente bietet sie ein breites Konfigurationsspektrum. Dies erlaubt dem Unternehmen – besonders wichtig in der Lohn- und Lizenzcompoundierung – schnelle Rezepturwechsel und kleinere Losgrößen bei gleichbleibend hoher Produktivität.

Steigerung der Durchsatzleistung

Besondere Vorteile verspricht sich das Unternehmen zudem von dem vergrößerten freien Schneckenvolumen (Da/Di: 1,65) und der Drehmomentdichte von bis zu 16 Nm/cm3. Damit lassen sich gleichzeitig die Durchsatzleistung signifikant steigern und die Energieeffizienz erhöhen.

Durch den Einsatz von zwei Sidefeedern können verschiedenartige pulverförmige Füllstoffe gleichzeitig betriebssicher eindosiert und mit hoher Ausstoßleistung eincompoundiert werden. Die Compoundierung zu hochgefüllten Compounds wird zudem durch den Einsatz einer Seitenfüttereinrichtung mit "UltraFeed“ unterstützt. Deren Vakuum-Entgasung entfernt das Luftvolumen, ehe die Füllstoffe in den Extruder kommen. Dadurch verringert sich das Gesamtvolumen, und die Schüttdichte kann, im Vergleich zu einer Seitenfütterung ohne Entgasung, bis zum Dreifachen gesteigert werden. Der Effekt: Die Durchsatzleistung erhöht sich abermals erheblich.

Hohe Flexibilität

Eine Schmelzepumpe, ein Siebwechsler, ein Strangspritzkopf und eine Unterwassergranulierung sorgen zudem für ein hohes Maß an Flexibilität. Die Komplettlösung umfasst zudem ein temperiertes Wassersystem mit kontinuierlicher Filtration, einen Wendelförderer zur Trocknung des Granulats, eine Granulat-Siebrinne und ein Lüftungssystem. Neun Differenzialdosierwaagen sowie neue Aufgabestationen für Additive und Füllstoffe machen es möglich, auf nahezu alle Kundenanforderungen flexibel zu reagieren.