Medizinisches Cannabis kindersicher verpackt
CX-Baureihe überzeugt durch präzise Plastifizierung beim Kunden Sanner

Was ist das Wichtigste an Verpackungen für Medikamente? Dass Kinder sie nicht öffnen können. Dennoch müssen sie (für Erwachsene) bequem zu bedienen sein, das Produkt schützen und sich natürlich auch optisch attraktiv präsentieren. Die Sanner GmbH, Spezialist für Pharma-Verpackungslösungen, hat für medizinisches Cannabis einen neuen, patentierten Tablettenspender entwickelt. Die Spritzgießmaschine CX 160 von KraussMaffei stellt ihn her.

Text Petra Rehmet  Fotos Sanner, KraussMaffei

Von beiden Seiten drücken, den Deckel nach oben schieben, Tablette entnehmen, Kappe wieder zuschieben und den schlanken Behälter in Hemd- oder Hosentasche stecken. Wer chronisch krank ist und medizinisches Cannabis verschrieben bekommt, freut sich, wenn die Medikamenteneinnahme so einfach geht wie einen Kaugummi zu kauen. Die Sanner GmbH (Bensheim) hat ihre Entwicklungskompetenz bei der neuen Tablettenbox TabTec CR voll ausgespielt.

Der Container besteht aus Polypropylen und wird mit seiner Kappe in einem Kleinserienwerkzeug gefertigt. Das Schussgewicht beträgt 12,8 Gramm, die Zykluszeit liegt bei 20 Sekunden. Der Prozess umfasst auch das Verdeckeln des Behälters, das im noch warmen Zustand erfolgen muss, bevor der Tablettenspender frei aus dem Werkzeug fällt. Ansonsten könnte sich der Kunststoff verziehen und die Dichtigkeit wäre beeinträchtigt, denn die Kappe schließt den Behälter über eine Randverdickung mit Presspassung ab.

Absolut kindersicher im schicken Design:
Absolut kindersicher im schicken Design:
Der neue, patentierte Tablettenspender TabTec CR von Sanner für medizinisches Cannabis

Anspruchsvolle Verdeckelung

Besonders die dünnen Ärmchen des Deckels, die in den beiden Druckknöpfen der Kindersicherung enden, sind fertigungstechnisch "tricky", sie müssen äußerst präzise gefüllt werden um den gewünschten Presswiderstand zum Öffnen zu erreichen. Das Resultat ist ein definiertes "Kraftfenster", innerhalb dessen der Container sicher schließt, aber leicht zu öffnen ist. Hierfür sind enge Toleranzen nötig und die Auslegung ist entsprechend anspruchsvoll. Auch beim Filmscharnier des Deckels ist Genauigkeit gefragt. Es muss 150 Öffnungs- und Verschließzyklen aushalten ohne zu brechen. Vom Anspritzpunkt im unteren Containerbereich wird die Schmelze durch die Engstelle des Scharniers gepresst.

Hier bewährt sich die präzise Plastifizierung  der KraussMaffei-Maschinen. Zudem überzeugt die hydraulische CX-Baureihe durch  ihre kompakte 2-Platten-Bauweise und trotzdem große Aufspannfläche für Werkzeuge. In der Anfangsphase entsteht der neue Tablettenspender TabTec CR auf einer CX 160-750, für die künftige Großserienanwendung ist eine CX 200 geplant.

Hubert Mathes, Head of Technical Operations bei Sanner, betont: "KraussMaffei ist seit vielen Jahren unser verlässlicher Partner im Bereich Spritzgießmaschen. Vor allem schätzen wir die kompetenten Unterstützung bei der verfahrenstechnischen Auslegung und der Inbetriebnahme von Maschinen."

Ausgelegt für die Großserie:
Ausgelegt für die Großserie:
Produziert wird der Tablettenspender in der Kleinserienphase auf einer CX 160-750, für die künftige Serienanwendung ist eine CX 200 geplant.

Sanner ist Marktführer bei der Verpackung von Brausetabletten und brachte bereits in den 60er Jahren den ersten Trockenmittelverschluss auf den Markt. Auch beim TabTec CR ist eine Trockensubstanz, Silica oder Molekularsieb, eingebracht, die verhindert, dass die Tabletten feuchtebedingt zusammenkleben oder ihre Beschichtung einbüßen. In einer  unabhängigen Verbraucherstudie erhielt der neu entwickelte Container im Vergleich mit kindersicheren Blisterverpackungen hervorragende Noten. Die Teilnehmer bewerteten dabei die Kriterien "kindersicherer Öffnungsmechanismus", "hygienische Entnahme", "verlässliche Tablettenverpackung“ und „einfache Mitnahmemöglichkeit".

Ansprechendes Design

Auch optisch macht der TabTec CR etwas her. Er ist eine modern designte Box, die zudem eine Sekundärverpackung in Schachtelform spart, denn wichtige Inhalten lassen sich in einem Booklet-Label unterbringen, sodass kein Beipackzettel verloren gehen kann. Ein über den Deckel geklebtes Band kann als Originalitätsverschluss dienen.     

Da die Therapie mit Cannabis in Deutschland und Europa eher noch am Anfang steht, vor allem verglichen mit den USA, wird der Bedarf an Verpackungen für die verschiedenen Darreichungsformen künftig sicher steigen. 

Kontakt

Thomas Hörl
thomas.hoerl@kraussmaffei.com

Senior Manager Sales IMM