Neuer Look für den neuen Thermomix
Turnkey-Anlagen für Vorwerk

Der neue Thermomix TM5 der Firma Vorwerk besticht durch hochwertiges Design und mehr Funktionalitäten, die in Summe das Kochen noch leichter machen sollen. Ein Erfolg, an dem KraussMaffei vor allem durch die Konzeption und Umsetzung von vier Turnkey-Anlagen für die Produktion der widerstandsfähigen Hochglanzblenden beteiligt war.

Text Petra Rehmet  Fotos KraussMaffei, Vorwerk

Rühren, mixen, vermischen, zerkleinern und sogar kochen – der neue Thermomix TM5 der Firma Vorwerk ist die multifunktionale Küchenmaschine schlechthin. Und ein wahrer Verkaufsschlager. Allein eine Million des smarten Küchenhelfers produziert das Werk von Vorwerk Semco S.A. in Cloyessur-le-Loir in Frankreich, weitere 500.000 der Betrieb in Wuppertal.

Der neue Thermomix TM5
Der neue Thermomix TM5
Besticht durch hochwertiges Design und mehr Funktionalitäten.

Insgesamt 24 KraussMaffei Spritzgieß­maschinen laufen im französischen VorwerkBetrieb und produzieren vom Deckel bis hin zum Griff die unterschiedlichsten Bauteile. Die Königsdisziplin für den neuen Thermomix übernehmen jedoch die Ende 2013 und Mai 2014 gelieferten vier Maschinen der MX-Baureihe. Zwei Zwillingspärchen mit je 11.500 kN Schließkraft stellen im 3K­-­Verfahren die Blende für die neue Küchenmaschine her. Die Anforderungen sind hoch: So muss die Blende nicht nur hohen optischen Ansprüchen genügen, sondern gleichzeitig auch kratzfest und resistent gegen jede Art von aggressiven Lebensmitteln und Gewürzen sein. Dieses Zusammenspiel gelingt durch den Einsatz dreier verschiedener Kunststofftypen: PC von Covestro für den weißen Bereich, PC/ABSBlend für den hellgrau abgesetzten Part. Eine PMMA-Beschichtung von Evonik sorgt für die notwendigen optischen Eigenschaften, Kratzfestigkeit und Chemikalienbeständigkeit.  

"Die Produktion mit den neuen Spritzgießmaschinen war für uns ein Technologiesprung."
Thomas Rüschenschmidt, Leiter Engineering bei Vorwerk Semco

Und die Produktion geht Schlag auf Schlag. Im 3K-Spritzguss produzieren die MX-Maschinen im 59-Sekunden-Takt die Blenden. Drei Spritzeinheiten versorgen das Werkzeug mit den drei verschiedenen Kunststoffschmelzen. Dabei ist die Nebenspritze 1 in Huckepackanordnung (Z) und die Nebenspritze 2 in vertikaler Position (V) angeordnet. Diese Spritzenkombination bietet klare wirtschaftliche Vorteile für das Mehrkomponentenspritzgießen. Die Schnecke für die PMMA-Komponente ist aufgrund der hohen Anforderungen an die optische Reinheit des Kunststoffes mit einer speziellen Beschichtung ausgestattet. Das 3-­Kavitäten-Werkzeug mit einem Heißkanalsystem von Incoe stammt vom Werkzeugbau Hofmann GmbH aus Lichtenfels und dreht um 120° nach jedem Schuss durchtaktend weiter. Das Ganze erfolgt auf einem integrierten servoelektrisch angetriebenen Drehtisch von KraussMaffei. „Dieser arbeitet besonders energieeffizient, schnell und präzise. Auch große Werkzeuge mit einem maximalen Gewicht von rund 16 Tonnen lassen sich so sicher und einfach handhaben“, erklärt Andreas Handschke, Produkt- und Technologiemanager bei KraussMaffei. 

Nachbearbeitung im Doppelpack

Und die Fertigung geht weiter. Zwei Spritzgießmaschinen teilen sich je ein Nachbearbeitungssystem in ihrer Mitte. Das spart Platz und optimiert die Nachbearbeitung des Angussschnitts der PMMA-Komponente. Da die Schnittkante zugleich Sichtkante ist, ist eine exakte Schnittführung absolut erforderlich. Auch Staub darf während des Vorgangs nicht entstehen, denn dieser könnte die transparente PMMA-Beschichtung verunreinigen. „Wir verkaufen ein innovatives Produkt und bieten unseren Kunden exzellente Qualität sowie hochwertiges Design“, erklärt Thomas Rüschenschmidt, Leiter Engineering bei Vorwerk Semco. Anschließend geht es für die noch warmen Blenden per Förderband weiter zur Qualitätssicherung und Heißprägung mit dem Vorwerk-­Logo, so dass sie dann anschließend zur Endmontage weitertransportiert und für den weltweiten Versand konfektioniert werden können. 

Investition zahlt sich aus

Mit der Weiterentwicklung des Thermomix ist Vorwerk ein echter Verkaufsschlager gelungen. „Die Produktion mit den neuen Spritzgießmaschinen war für uns ein Technologiesprung. Der Service und die Technologie von KraussMaffei sind hervorragend. Alles läuft rund. Die Maschinen haben eine Verfügbarkeit von über 90 Prozent“, zeigt sich Rüschenschmidt zufrieden.

Kontakt

Andreas Handschke
Andreas.Handschke@kraussmaffei.com

Produkt- und Technologiemanager