Doppelt schnell und präzise: PX 320 und IMD
Die neue "große" der PX-Baureihe

Zwei Neuheiten im Verbund beim KraussMaffei Competence Forum: Auf einer PX 320, die den Schließkraftbereich der vollelektrischen PX-Reihe nach oben erweitert, erlebte der Folienvorschub IMD SI DUO der Firma Leonhard Kurz seine Premiere. Er ermöglicht als erster Folienvorschub weltweit die unabhängige Positionierung zweier Einzelbilddekore und ist zum Patent angemeldet.

Text Petra Rehmet  Fotos KraussMaffei

Automobil, Hausgeräte und zunehmend auch die Medizintechnik: Optisch anspruchsvolle und funktionale Oberflächen sind immer stärker gefragt. Das In-Mold-Decoration-Verfahren (IMD) mit seiner Durchführung einer dekorierten Folie durchs Werkzeug, von wo sich die Lackschichten auf das Kunststoffteil übertragen, bietet eine effiziente und attraktive Möglichkeit der Veredelung. "Bei Mehrkavitätenwerkzeugen waren die Möglichkeiten bislang aber auf Endlosdekore und flache Bauteile beschränkt. Einzelbilddekore mit exaktem Stand ließen sich nicht realisieren“, erklärt Jochen Mitzler, Leiter Market Intelligence und Produktmanagement bei KraussMaffei. Die IMD-Produktionszelle mit einer PX 320 zeigt nun die Zukunft: Vollautomatisch entstanden auf dem Competence Forum in Zykluszeiten von circa 40 Sekunden zwei unterschiedlich dekorierte Artikel (Gesamtgewicht 136 Gramm) aus Plexiglas der Firma Evonik: einer mit einer entspiegelten kratzfesten Oberfläche, wie sie etwa für Touch-Anwendungen gebraucht wird, und einer mit präzise positionierter Bediensymbolik. "Der Folienvorschub IMD SI DUO der Firma Leonhard Kurz macht dies weltweit erstmals möglich, indem er zwei Folienbahnen unabhängig voneinander anhand von Passermarken ausrichtet – auf Hundertstel Millimeter genau“, so Mitzler.

"Mit der neuen großen PX und dem Folienvorschub IMD SI DUO können Kunststoffverarbeiter ihren Output durch Mehrkavitätenwerkzeuge steigern und erhalten zusätzlich mehr Flexibilität für ihre Produktion."
Jochen Mitzler, Leiter Produktmanagment und Market Intelligence

Die servomotorisch betriebene Positioniereinheit ist in die Spritzgießmaschine integriert, in diesem Fall in die PX 320, die das Herz der Fertigungszelle bildet. Mit ihr erweitert KraussMaffei den Schließkraftbereich seiner vollelektrischen Maschinenreihe auf 3.200 kN. Elektrische Maschinen eignen sich aufgrund ihrer Schnelligkeit und Präzision besonders für komplexe Prozesse wie hier, denn nach dem Spritzgießen folgen vollautomatisch weitere Fertigungsschritte. Beim Competence Forum erfolgten Angussbeschnitt und die Entfernung von Flakes, die bereits beim IMD Prozess entstehen können, in einer Laserzelle des Partners Datatronik und werden automatisch einer Abfallbox zugeführt. Ein Förderband mit integriertem UV-Strahlern übernahm im Anschluss die Aushärtung der Kratzfestschicht. Die gesamte Zelle ist sehr kompakt, weil Industrieroboter mit durchdachter Greifertechnologie auf engstem Raum operieren. Auf diese Weise lässt sich optional eine komplette Reinraumhaube installieren, um die IMD-Produktion in sauberer Umgebungsbedingung durchzuführen. Diese Aufgabe übernahm auf dem Competence Forum eine Flowbox der Firma Max Petek Reinraumtechnik.

Kontakt

Jochen MItzler
jochen.mitzler@kraussmaffei.com

Leiter Produktmanagement und Market Intelligence