"Kunden bekommen optimale Diagnostika-Lösungen"
KraussMaffei reagiert auf die gestiegene Nachfrage in der Medizintechnik

Wer viel testet, braucht viel Material. Der Bedarf an Diagnostika wie Pipettenspitzen, PCR-Platten oder Petrischalen ist im Zuge der Covid-19-Pandemie rasant gestiegen. Bei der Produktion sind deshalb neben höchsten Qualitäts- und Reinheitsstandards auch sehr hohe Ausbringungsmengen gefragt. Stefan Fenske (Director Global Application Owner Non-Automotive) und Markus Lunz (Head of Service Portfolio Development) erläutern im Gespräch mit ahead, worauf es dabei ankommt und wo KraussMaffei besonders punkten kann.

Text Petra Rehmet  Fotos KraussMaffei

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Wenn ich als Verarbeiter meine Kapazitäten im Diagnostika-Bereich erweitern möchte, welche Lösung würden Sie mir empfehlen?

Stefan Fenske

Die ideale Kundenlösung im Diagnostika-Bereich ist unsere vollelektrische PX, ausgestattet mit unserem Angusspicker und unserer socialProduction App.

Die PX ist perfekt auf die Qualitäts-, Performance- und Effizienzanforderungen des Diagnostika-Bereichs getrimmt. Durch das getrennte Schließen- und Spritzenbett kann man Schließkraft und Einspritzleistung sehr variabel und feingliedrig kombinieren. Darüber hinaus kann man im Standard für jede Schließkraftgröße zwischen normalen und vergrößerten Platten wählen. Das ist besonders für Artikel wie Pipettenspitzen interessant, die in Längsrichtung gespritzt werden. Die projizierte Fläche und damit die geforderte Schließkraft sind gering, oft braucht es aber vergrößerte Platten, weil das Werkzeug durch die hohe Kavitätenanzahl ziemlich aufbaut.    

Maßgeschneidert für Diagnostika
Maßgeschneidert für Diagnostika
Die vollelektrische PX-Baureihe

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Ist die Maschine reinraumtauglich?

Markus Lunz

Die PX ist bereits in der Standardausführung für Medical-Anwendungen geeignet, weil sie sehr rein und sauber produziert – und zudem hervorragend einsehbar und zugänglich ist. Man kann beispielsweise die Einhausungselemente sehr schnell und einfach entfernen. Darüber hinaus gibt es je nach Reinraumanforderungen weitere Ausstattungsoptionen, etwa eine Hochglanzlackierung, schmiermittelfreie und verchromte Platten und Holme oder gekapselte Auswerfer und Antriebe. 

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Und wie erfolgt die Bauteilentnahme?

Stefan Fenske

Am besten wie eingangs erwähnt mit unserem Angusspicker, der kürzeste Entnahmezeiten ermöglicht und wegen seiner kompakten Bauweise innerhalb des Reinraums Platz findet. Mit ihm bleibt die Fertigungszelle äußerst kompakt, was beim Reinraum deutliche Kosteneinsparungen bedeutet.

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Anwendungen mit hohen Stückzahlen wie Diagnostika müssen rund um die Uhr laufen. Welchen Mehrwert bieten mir als Verarbeiter digitale Lösungen?

Markus Lunz

Gerade für solche Fälle haben wir socialProduction entwickelt, welches die Vorteile und Bediengewohnheiten sozialer Medien mit modernsten Technologien der Produktionsüberwachung kombiniert. Das Ergebnis ist ein vollkommen neuartiges, interaktives Erlebnis beim Dialog zwischen Mensch und Maschine, denn die Maschine wird zum Teilnehmer im eigenen Chatroom. Sie sendet bei Bedarf Nachrichten, die wiederum von allen Teilnehmern gesehen werden können. Das bedeutet, dass auch beim Schichtwechsel keinerlei Informationen verloren gehen. 

Der Produktionsprozess wird durch ein patentiertes, selbstlernendes Verfahren kontinuierlich überwacht. Relevante Auffälligkeiten im Prozess werden auf Basis der erfassten Maschinendaten frühzeitig erkannt und proaktiv an den Nutzer kommuniziert, bevor die Bauteilqualität leidet oder ein Stillstand auftritt. Ideal also für die Herstellung von Diagnostika-Produkten.       

Schnelle Lieferung
Schnelle Lieferung
Eine von mehreren Spritzgießmaschinen, die kurzfristig in die USA geliefert wurde

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Die gestiegene Nachfrage nach Diagnostika ist im Zuge von Covid-19 sicherlich noch nicht vorbei. Wie bieten Sie Ihren Kunden trotz weiterer Restriktionen den gewohnten Support?

Stefan Fenske

Als Systemlieferant von Spritzgießmaschinen und Automationslösungen sind wir bestens vorbereitet. Auch haben wir in den letzten Monaten und Jahren unsere Lieferzeiten gezielt optimiert und können schnell agieren. 

Um extreme Schnelligkeit ging es zum Beispiel bei einem führenden Hersteller von Laborequipment in Amerika. Innerhalb kürzester Zeit musste er seine Produktion an Testmaterialien für Covid-19 um ein Vielfaches steigern. KraussMaffei half aus und lieferte innerhalb kürzester Zeit mehrere Maschinen und konnte die straffen Lieferzeiten trotz Restriktionen erfüllen. Auch mit dem Service vor Ort waren wir bereits frühzeitig abgestimmt, so dass eine schnelle und reibungslose Inbetriebnahme erfolgte. Wir sind überzeugt, dass „Global support for local success“ uns auch in Zukunft mit und für unsere Kunden zum Erfolg führen wird.      

Stefan Fenske
Stefan Fenske
Director Global Application Owner Non-Automotive

Kontakt

Stefan Fenske
stefan.fenske@kraussmaffei.com

Markus Lunz
Markus Lunz
Head of Service Portfolio Development

Kontakt

Markus Lunz
markus.lunz@kraussmaffei.com