Neuer Shuttle-Formenträger im Leichtbau-Technikum
Flexible Auslegung erhöht Effizienz

Mit einem neuen Shuttle-Formenträger erweitert KraussMaffei sein Technikum und seine Kompetenz auf dem Gebiet des faserverstärkten Leichtbaus. Der neue MX-Formenträger mit einer Schließkraft von 4.000 kN ist flexibel ausgelegt und kann für verschiedene Prozesse eingesetzt werden.

Text Petra Rehmet  Fotos KraussMaffei

Dazu zählen unter anderem das LFI-Verfahren (Long-Fiber-Injection) sowie das SCS-Verfahren (Structural Component Spraying) mit Sprühanwendungen. Weiterhin lassen sich auch Oberflächen-Verfahren wie das R-RIM (Reinforced Reaction Injection Molding) mit Polyurethan mit dem neuen Formenträger kombinieren.

Von der Idee zur Serienproduktion

"Der Markt für faserverstärkte Composites entwickelt sich weiterhin sehr dynamisch. Wir begleiten unsere Kunden nachhaltig von der Idee bis zur Serienproduktion. Daher modernisieren und erweitern wir unser Leichtbau-Technikum kontinuierlich und bieten unseren Kunden optimale Voraussetzungen, neue serientaugliche Verfahren und Anwendungen zu entwickeln und zu erproben", erklärt Sebastian Schmidhuber, Leiter Entwicklung der Reaktionstechnik bei KraussMaffei.

Der neue Shuttle-Formenträger ist Teil einer Komplettanlage, die über je eine separate Kabine und einen Roboter für das LFI- und das SCS-Sprühverfahren verfügt. Insgesamt fünf verschiedene Mischköpfe stehen für die unterschiedlichen Versuche und Anwendungen bereit. Ein spezieller Shuttle-Fahrwagen dient zum schnellen Transport des Unterwerkzeugs zwischen den Bearbeitungsstationen des Unterwerkzeugs. Dadurch kann zum Beispiel der Schaumeintrag in das Unterwerkzeug außerhalb der Schließeinheit erfolgen. Als weiteres Feature bietet dieses Konzept die Schwenkbewegung der oberen und unteren Werkzeugaufspannplatte. "Damit bieten wir unseren Kunden die nötige Flexibilität und können schnell auf die jeweilige Anwendung umrüsten. Und das entlang der gesamten Prozesskette", ergänzt Sebastian Schmidhuber.

Flexibel einsetzbar für großflächige Sichtbauteile oder neue Sprühverfahren:
Flexibel einsetzbar für großflächige Sichtbauteile oder neue Sprühverfahren:
Der neue Shuttle-Formenträger im KraussMaffei Leichtbau-Technikum in München für LFI- und SCS-Anwendungen

Long Fiber Injection (LFI)

  • Breites Anwendungsspektrum
  • Realisationen von leichten PKW-Verkleidungsteilen bis zu großen Strukturbauteilen
  • PUR-Verfahren mit Werkzeuginnendrücken < 10 bar
  • Fertigung eines hochfesten Sandwichelementes mit Wabenstruktur als Kernschicht mit einem Schuss

Structural Component Spraying (SCS)

  • Weiterentwicklung der LFI-Wabentechnik
  • Reduziert Dicke und Gewicht der Deckschichten zur Optimierung des Leichtbaus
  • Lagenaufbauten aus Fasermatten und Wabenkernen werden mit unverstärktem PUR besprüht, in ein Werkzeug eingebracht und verpresst

Weltweit einmaliges Leichtbau-Technikum

Das KraussMaffei Technikum in München ist in seiner Art weltweit führend. Auf mehr als 4.000 m² stehen mehr als 25 Anlagen der Spritzgieß-, Reaktions- und Extrusionstechnik für interne Versuche und Kunden bereit, ihre Prozesse in der Praxis zu optimieren oder Prototypenbauteile zu testen. Insbesondere im Bereich des faserverstärkten Leichtbaus treibt KraussMaffei die Entwicklung federführend voran. Dazu zählen seitens der Reaktionstechnik beispielsweise die unterschiedlichen RTM-Verfahren, die Pultrusion oder das LFI-Verfahren sowie das thermoplastische FiberForm-Verfahren seitens der Spritzgießtechnik.

Kontakt

Sebastian Schmidhuber
sebastian.schmidhuber@kraussmaffei.com

Leiter Entwicklung der Reaktionstechnik bei KraussMaffei