smartAssist überwindet Grenzen
Digitaler Dienst ermöglicht Maschinenabnahmen auf Entfernung

Aufgrund der Corona-Pandemie blieben im letzten Jahr viele Grenzen geschlossen. Maschinenabnahmen konnten bei KraussMaffei dennoch erfolgreich durchgeführt werden, dank der neuen Funktion von smartAssist.

Text Katharina Knaut  Fotos KraussMaffei, Nolato

Die Maschinenabnahme gehört eigentlich zum Alltag in der Produktion: Sobald die Anlage gebaut war, kamen die Kunden an den Produktionsort und prüften zusammen mit einem KraussMaffei-Experten Prozesse und Funktionen der Maschine.  Durch die Corona-Pandemie wurde diese Routine allerdings zur Herausforderung: Reisebeschränkungen erschwerten oder verhinderten eine persönliche Anwesenheit der Geschäftspartner. 

Dennoch konnten sogar internationale Kunden ihre neuen Maschinen gründlich in Augenschein nehmen – ohne ihren Standort verlassen zu müssen. Denn KraussMaffei hat einen Weg geschaffen, Abnahmen durchzuführen, ohne dass die Geschäftspartner sich im KraussMaffei Werk oder sogar im selben Land aufhalten müssen. 

Maschinenabnahme via Tablet und Smartphone

Möglich wird das durch den digitalen Dienst smartAssist. Dieser arrangiert eine Audio- und Videoverbindung, über die Kunden mit KraussMaffei-Experten kommunizieren können. Bisher ermöglichte der Dienst vor allem Fernunterstützung, wenn bei einer Maschine beispielsweise eine Störung auftrat.

In einer neuen Funktion erweitert smartAssist seinen Service nun auf virtuelle Maschinenabnahmen. Dabei werden die einzelnen Bereiche einer Anlage mittels Smartphone, Tablet oder Smartglasses von einem KraussMaffei-Mitarbeiter via smartAssist gefilmt. Diese Bilder werden live zu einem Endgerät des Kunden übertragen, der die Maschine auf diese Weise in Augenschein nehmen kann. Da neben der Video- auch eine Audioverbindung besteht, kann der Kunde während dem Prozess Fragen stellen oder Wünsche äußern, welche Details an der Maschine oder welche Funktionen er sehen möchte. "Es ist ein interaktiver Vorgang", erklärt Stefan Feldmeier, Product Owner Digital and Service Solutions bei KraussMaffei.

Voller Durchblick:
Voller Durchblick:
Olaf Diekmann nimmt eine Maschine via smartAssist ab.

Während der Abnahme können außerdem hochauflösende Fotos aufgezeichnet werden, die im anschließend erstellten "Case Report" den Prozess dokumentieren. Der Bericht enthält zusätzlich Unterlagen und Daten, die beispielsweise festhalten, wie stabil die Prozesse an der Maschine gelaufen sind. 

Grundsätzlich steht smartAssist jedem Kunden zur Verfügung. Der Dienst kann sowohl über die zugehörige App als auch über den Browser genutzt werden. Benötigt werden dafür lediglich eine Internetverbindung, die jeweiligen Zugangsdaten und eine Terminvereinbarung.

Durchlauf ohne Unterbrechung

Olaf Dieckmann, Project Manager KraussMaffei Technologies, nahm eine der ersten digitalen Maschinenabnahmen vor, die über smartAssist stattgefunden haben. Für ihn war es die erste Abnahme dieser Art. „Am Anfang war es eine Umstellung. Normalerweise ist man schließlich persönlich im Kontakt“, erklärt er. "Doch man gewöhnt sich schnell ein. Alles hat ohne Probleme funktioniert." Eineinhalb Stunden (laut Protokoll exakt eine Stunde, 33 Minuten und 19 Sekunden) ging Dieckmann mit dem Smartphone um die Maschine, während er den Trockenlauf und einzelne Details filmte.

András Széles
András Széles
Engineering Manager Moulding & Tooling bei Nolato Hungary

Diese Bilder erschienen zeitgleich auf dem Computer von András Széles, Engineering Manager Moulding & Tooling bei Nolato Hungary, an deren Standort in Mosonmagyaróvár die Maschine künftig stehen wird. Nolato Hungary ist einer der ungarischen Standorte der Nolato Group, die sich auf die Bereiche medical solutions, integrated solutions und industrial solutions spezialisiert hat. In Mosonmagyaróvár wird unter anderem die Technologie für die Herstellung eines neuen Produktes vorbereitet und schließlich gebaut.

Mit der virtuellen Abnahme über smartAssist zeigt sich András Széles sehr zufrieden: "Die Verbindung war stabil, wir konnten die Abnahme ohne Unterbrechung durchführen."  Er wird den Dienst auf jeden Fall wieder dafür nutzen, erklärt er: "Vor allem bei den aktuell geltenden Reisebeschränkungen ist es der einfachste Weg, Maschinenabnahmen durchzuführen."

"Die Kunden sehen, hören und erleben das, was auch unser Experte vor Ort wahrnimmt."
Stefan Feldmeier, Product Owner Digital and Service Solutions bei KraussMaffei

"Mit smartAssist muss der Kunde nicht mehr vor Ort sein", betont Feldmeier. Das sei nicht nur in Zeiten von Corona ein Vorteil: Durch den Wegfall der Anreise und Übernachtung könne ein Kunde außerdem Zeit und Geld sparen. KraussMaffei könne zudem die Übergabezeiten verkürzen und Kosten sparen, da Anpassungen im Werk schneller und günstiger durchgeführt werden können, erklärt Feldmeier. 

Zusätzlich zu den Abnahmen, die bereits stattfanden, gibt es bereits etliche neue Anfragen, so Feldmeier. "Der Dienst wird gut angenommen." smartAssist biete Kunden die Möglichkeit, die Maschine mit den Sinnen des KraussMaffei-Experten zu erleben. "Sie sehen, hören und erleben das, was auch unser Experte vor Ort wahrnimmt.“