Kein Wintersport ohne Kunststoffe
Wie ein vielfältiges Material Skitouren, Abfahrten und Eishockeyspiele prägt

Sie bilden den Kern des Ski, formen den Puck und sind wesentlicher Bestandteil der Bindung - Warum Kunststoffe weder auf verschneiten Hängen noch auf Eisflächen fehlen können.

Text Katharina Knaut  Fotos KraussMaffei

Auf der ganzen Welt zieht es Wintersportler derzeit wieder auf Berghänge, Rodelbahnen und zugefrorene Seen. Dort kurven, fahren und gleiten sie durch winterliche Landschaften – bestückt mit Schutzkleidung und Sportgeräten.

Von Skiern, Snowboards und Schlittschuhen bis hin zu Stöcken und Schlägern: Die Ausrüstung im Wintersport ist so vielfältig wie komplex. Jeder Gegenstand ist genau konstruiert und mit Präzision gefertigt, sodass leichte, flexible und gleichzeitig stabile Geräte entstehen, die das optimale Erlebnis auf Rodelbahnen, Pisten und Eisflächen ermöglichen. Das Geheimnis der Hightech-Ausrüstung liegt oft im Kunststoff. Wie ein Werkstoff schneebedeckte Gipfel erobert:

Eine Tour über verschneite Hänge vor atemberaubendem Bergpanorama: Skitouren werden immer beliebter. Damit der Weg über die Berghänge gelingt, ist die Wahl der Bindung entscheidend - bereits ein kleines Teil wie ein Funktionsträger kann hier dafür sorgen, dass ein Tourengänger leicht vom Aufstiegs- in den Abfahrtsmodus wechseln kann. Das Geheimnis: Ein thermoplastisches Composites auf Basis eines sogenannten Organobleches. Dabei handelt es sich um ein Faser-Matrix-Halbzeug, bestehend aus einem Fasergewebe oder einem Fasergelege, die in eine thermoplastische Kunststoffmatrix eingebettet sind. Die so im FiberForm-Verfahren hergestellte Bindung wurde von KraussMaffei zusammen mit MDV Sports entwickelt.

Die ersten Schwünge können mühselig und schmerzhaft sein, vor allem, wenn am nächsten Tag der Muskelkater folgt. Umso wichtiger ist es, dass Skier einfach zu fahren sind und nur relativ geringen Kraftaufwand erfordern. Dafür eignet sich ein Kern aus Kunststoff. Präziser: Ein Kern, bei dessen Produktion eine Schale aus glasfaserverstärktem Composite-Material mit Polyurethan ausgeschäumt wird (Reaktionstechnik - KraussMaffei). So entstehen elastische Skier mit geringem Gewicht, die auch Anfängern eine angenehme Abfahrt ermöglichen.

Während des Spiels sind sie mitunter unsichtbar und doch wäre eine Partie ohne die charakteristischen Eishockey-Pucks kaum vorstellbar. Die Pucks bestehen in der Regel aus einer speziellen Kautschukmischung, die nach präzisen Vorgaben verarbeitet wird: Die Scheibe muss zwischen 156 und 170 Gramm wiegen, bestimmte Maße einhalten und die charakteristische runde Form aufweisen. Dafür sorgen leistungsfähige Gummiextruder. Die gleichmäßige Zuführung kombiniert mit einer speziellen Schneckengeometrie stellt einen hohen und gleichmäßigen Füllgrad sicher. Auf diese Weise erreicht der Puck stets das ideale Gewicht und die richtige Größe.