KraussMaffei auf der Fakuma
PX 320 zeigt simultan doppeltes IMD und IML

Rahmendekor und elektronische Ausstattung in einem – und in der Nachbarkavität noch ein Bauteil, das mit einem Dead-Front Design versehen wird. Auf der Fakuma zeigt KraussMaffei anhand der vollelektrischen PX 320-2000, wie weit Funktionsintegration inzwischen gehen kann.

Text Petra Rehmet  Fotos KraussMaffei

Dekor und Funktion in einem

Bei der PX 320 entsteht in einem Produktionsschritt ein komplettes, zehn Zoll großes HMI-Display (Human Machine Interface) mit integrierter Elektronik, schwarzem Dekorrahmen und Kratzfestbeschichtung. Dafür legt ein Sechs-Achs-Roboter auf der Düsenseite die IML-Folie (IML = InMold Labeling) mit aufgedruckten Leiterbahnen ein. Zusätzlich läuft auf der Auswerferseite eine IMD-Folie (IMD = InMold Decoration) mit Einzelbilddekor durchs Werkzeug und überträgt ihr Lackpaket mit Designschicht und UV-härtendem Top Coat auf das Bauteil. Neben der IMD-Folie für das HMI-Display läuft eine weitere durchs Werkzeug und bedient eine zweite Kavität mit einem anderen Dekor. Dies wird durch den Folienvorschub IMD SI DUO der Firma Leonhard Kurz möglich, der weltweit als erster zwei Einzelbilddekore unabhängig voneinander auf hundertstel Millimeter positionieren kann und zum Patent angemeldet ist. Das zweite auf der Fakuma realisierte Dekor zeigt eine Dead-Front-Optik, die erst bei Hinterleuchtung zum Leben erwacht und dann beispielsweise Bediensymbole offenbart.

Ebenso wie der IMD SI DUO ist auch der weitere Prozess vollständig in die sehr kompakte Fertigungszelle integriert. Auf dem Förderband übernehmen UV-Strahler die Aushärtung der Kratzfestschicht (diese Funktion wird auf der Fakuma aufgrund von Sicherheitsbestimmungen deaktiviert sein), darauf folgt eine Laserstation, die zunächst Flakes und Flitter entfernt und danach den Anguss abtrennt und einer Abfallbox zuführt. Industrieroboter mit durchdachter Greifertechnologie operieren hierfür auf engstem Raum. Eine Reinraumhaube der Firma Max Petek Reinraumtechnik oberhalb der Schließe stellt den technischen Reinraum und gewährleistet den staubfreien Werkzeugraum, um Einschlüsse zu vermeiden, die die Bauteile unbrauchbar machen würden. Ein weiterer Vorteil der neuen PX 320 auf der Fakuma: Die Zelle ist mobil ausgeführt und kann mittels mechanischer Fixierungspunkte schnell an weitere Anlagen angedockt werden. Dies erhöht die Flexibilität in der Fertigung, da die Anlagen einfach für Bauteile mit oder ohne IMD-Technologie betrieben werden können.

Positive Marktsitution für Vollelektrische

„Der Markt für vollelektrische Spritzgießmaschinen entwickelt sich sehr positiv, speziell in Europa und den USA. Verarbeiter schätzen die hohe Präzision und Dynamik bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch. Mit der neuen PX-Baureihe hat KraussMaffei neue Maßstäbe hinsichtlich Präzision und Flexibilität bei den vollelektrischen Spritzgießmaschinen gesetzt, mit denen wir dieses Wachstum nachhaltig begleiten werden", so Dr. Hans Ulrich Golz, President des Segments Spritzgießtechnik der KraussMaffei Gruppe. Mit der neuen PX 320 und PX 25 erweitert KraussMaffei das Schließkraftspektrum an beiden Enden und präsentiert jeweils einen komplexen Anwendungsfall auf der Fakuma.

KraussMaffei auf der Fakuma 16. - 20. Oktober 2018 Halle A7 Stand 7303

Kontakt

Jochen Mitzler
jochen.mitzler@kraussmaffei.com

Leiter Produktmanagment und Market Intelligence