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Eine Idee, ein starkes Team – eine einzigartige PX
| Dr. Christina Langbein
MD Elektronik und KraussMaffei entwickeln gemeinsam eine außerordentlich flexible PX für ihr Technikum
Diese vollelektrische Spritzgießmaschine der PX-Baureihe gibt es kein zweites Mal auf der Welt: Zwei Aggregate, eines davon in L-Stellung, beide so ausgelegt, dass sie sowohl für Thermoplaste als auch für Flüssigsilikon (LSR) geeignet sind. Dazu jeweils drei passende Schneckengrößen, Mikro-Schussgewichte unter einem Gramm, Drehteller plus Indexantrieb und verbreiterte Aufspannplatten.
Diese PX vereint alle Wünsche des Kunden und entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Kabelkonfektionär MD Elektronik und den Experten bei KraussMaffei.
Wir wussten nur, dass wir in die LSR-Verarbeitung einsteigen und uns technisch möglichst viele Optionen offen halten wollten. Für unsere Ansprechpartner bei KraussMaffei war das zum Glück kein Problem und so haben wir gemeinsam auf einem Blatt Papier eine komplett individuelle Maschinenkonfiguration entwickelt. Das allein war schon cool und jetzt ist die PX wirklich perfekt auf unsere Bedürfnisse abgestimmt.Christian Heilmann
Teamleiter Kunststofftechnik bei MD Elektronik
Die gemeinsam entwickelte PXL 201-100/55 SilcoSet ermöglicht die flexible Verarbeitung von Thermoplasten und Flüssigsilikon (LSR) auf einer Plattform.
Auch das Team von KraussMaffei, von den Anwendungsingenieuren bis hin zu den Projektmanagern, sind von der super flexiblen PX begeistert.
Gerade solche individuellen Projekte lassen uns gemeinsam innovative Wege gehen und sind der Schlüssel zum Erfolg bei unseren Kunden.Florian Pell
Leitung Vertrieb Deutschland Spritzgießtechnik & Automation bei KraussMaffei
Wenige Monate vom ersten Konzept bis zur Auslieferung
Von der ersten Skizzierung der Maschinenausstattung im Frühjahr 2025 über die konkrete Entwicklung bis hin zur Auslieferung im Winter 2025/26 dauerte es nur wenige Monate.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit, die verbindet. Gemeinsame Entwicklung der vollelektrischen Technikums-PX für Thermoplaste und Flüssigsilikon (LSR) (v. l. n. r. Christian Rössler, Peter Krause, Florian Pell, Christian Heilmann).
Das Ergebnis ist die sprichwörtliche „eierlegende Wollmilchsau,“ wie Peter Krause, bei MD Elektronik für die Beschaffung von Neumaschinen zuständig, schmunzelnd bemerkt. Er ist seit über 25 Jahren mit KraussMaffei vertraut und schätzt neben der technischen Kompetenz auch die räumliche Nähe der beiden Unternehmen.
Wir sind immer im Austausch – und das beidseitig. Wenn es während der Entwicklungsphase Fortschritte zu begutachten gibt, setzen wir uns schnell ins Auto und fahren die 45 Minuten. Die Zusammenarbeit ist sehr lösungsorientiert, das schätzen wir.Peter Krause
Plastics Process Engineer
Am Anfang der individualisierten vollelektrischen PX stand die Idee für eine innovative und sehr filigrane Steckerlösung aus dem Hochleistungsthermoplast PBT und LSR.
MD Elektronik ist mit seinen rund 5.000 Mitarbeitern auf das Konfektionieren von Kabeln für die Automobilindustrie spezialisiert und beliefert als Tier1 weltweit OEMs – etwa mit kompletten Kabelbäumen einschließlich der nötigen Steckverbindungen.
MD Elektronik Firmengebäude am Standort Waldkraiburg.
Neue Fertigungsvorhaben werden im Technikum der MD-Zentrale in Waldkraiburg entwickelt, danach erfolgt die Verlagerung an die jeweiligen Standorte in Tschechien, Bulgarien, China und Mexiko. Das aktuelle Projekt umfasst deshalb neben der umfassend ausgestatteten Technikums-Maschine PXL 201-100/55 SilcoSet auch eine dazu passende effiziente Produktions-PX der gleichen Größe für das Werk in Tschechien.
12-Millimeter-Schnecke: Mikrospritzguss mit LSR auf höchstem Niveau
Für den Einstieg in die LSR-Technologie wünschte sich MD Elektronik eine 2K-Maschine, die auf beiden Aggregaten sowohl PBT als auch LSR verarbeiten kann, wobei das niedrigviskose Silikon hohe Anforderungen an die Präzision der Maschine stellt.
Herausfordernd ist bei der Kombination Thermoplast/Flüssigsilikon zudem die gegenläufige Temperaturführung. Während beim PBT die heiße Schmelze im Werkzeug gekühlt wird, muss das LSR in Plastifizierung und Kaltkanal auf etwa 20°C gehalten und erst in der Kavität aufgeheizt werden, um die Reaktion gezielt zu starten.
Kompakte Produktionszelle mit Entnahmehandling und Förderband der PXL 201-100/55 am Standort Waldkraiburg.
Für möglichst viel Flexibilität beim Schussgewicht lässt sich der Schneckendurchmesser an beiden Aggregaten von 28 mm bis 12 mm adaptieren. Die LSR-Schnecke mit nur 12 mm ist ein technisches Highlight und ideal für die vorliegende Mikrospritzgießanwendung mit weit unter einem Gramm geeignet.
Bei der integrierten Fertigungslösung ist die Silikon-Dosieranlage direkt in die Maschinensteuerung MC6 integriert.
APCplus – echte Unterstützung bei der Silikon-Verarbeitung
Für die Fertigung von Mehrkomponentenbauteilen gibt es je nach Teilegeometrie und benötigter Stückzahl verschiedene Konzepte. MD Elektronik wollte für alles gerüstet sein – und KraussMaffei machte es möglich.
Die PX kann nun für das Umsetzverfahren genutzt werden und verfügt über einen Drehteller plus einen Indexantrieb, für den die Medienversorgung durch den Drehteller hindurch erfolgt. Da das 2K-LSR-Werkzeug größer als eine reine Thermoplastform aufbaut, wurden die Platten der Maschine verbreitert und der Hub der Schließe verlängert.
Große Schließe, kleine Spritze lautete das Motto für die Fertigung der filigranen Teile.
Vertreter von MD Elektronik und KraussMaffei vor der maßgeschneiderten PX-Technikumslösung (v. l. n. r. Florian Pell, Christian Heilmann, Peter Krause, Christian Rössler).
Ein wichtiges Feature stellt die Maschinenfunktion APCplus dar, mit der sich für beide Komponenten eine hohe Konstanz beim Füllvolumen erreichen lässt. KraussMaffei bietet dieses Feature als einziges Unternehmen auch für die Verarbeitung von vernetzenden Kunststoffen an. APCplus regelt über die Masseviskosität und hinterlegte Materialparameter den Umschaltpunkt inline im Schuss, was bei Silikonen besonders interessant ist.
Gerade im Technikumsbetrieb spielt dies bei Stillstands- und Rüstzeiten eine besondere Rolle, da jedes Teil ab dem ersten Schuss exakt gefüllt ist und auf die Veränderung der Viskosität keine Rücksicht genommen werden muss.
Im Gegensatz zu Thermoplasten dehnt sich Silikon in der Kavität aus, weshalb sich das Schussgewicht nicht über den Nachdruck korrigieren lässt, sondern von Anfang an stimmen muss.
Bei der Technikumsmaschine, die immer wieder neu angefahren wird, kommt man mit APCplus viel schneller in den Prozess. Und bei der Produktionsanlage, die den innovativen Stecker von MD Elektronik fertigen wird, kann der Greifer ab Schuss eins das vollgefüllte Teil im Automatikmodus entnehmen.
Maßgeschneiderte Schulungen für das MD-Team
Derzeit sammelt MD Elektronik Erfahrungen in der Silikonverarbeitung – und freut sich über fachkundige Unterstützung. Direkt auf das Unternehmen zugeschnittene Schulungen informieren über Prozessführung, Anwendungstechnik oder Reinigung. Auch Peter Krause, der sich vor Jahren schon einmal mit LSR befasst hat, erfährt hier Neues.
Die Anwendungstechniker machen wirklich einen super Job. Die Schulungen sind individuell auf den Wissensstand unseres Teams abgestimmt, damit fühlen wir uns perfekt abgeholt. Und das Beste ist, wir profitieren vom Erfahrungswissen von KraussMaffei, das macht den Einstig in die neue Technologie viel leichter.Peter Krause
Plastics Process Engineer
MD Elektronik und KraussMaffei: Gelebte Partnerschaft seit über 25 Jahren. Und der Ausblick auf noch viele weitere gemeinsam vorangetriebene Innovationen in der Spritzgießtechnik.