Expats @KraussMaffei: Zwischen zwei Welten

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Expats @KraussMaffei: Zwischen zwei Welten
| Verena Foris

Lenka Knop verbrachte sechs Jahre in China

Internationalität wird bei KraussMaffei großgeschrieben: An Standorten in 17 Ländern werden unsere Maschinen produziert und montiert sowie Vertriebs- und Serviceaktivitäten gesteuert. Dies eröffnet unseren Fachkräften auch internationale Karrierechancen.

Lenka Knops Weg nach China begann früh: Bereits im Studium sammelte sie erste Erfahrungen in der Volksrepublik und entwickelte eine Faszination für die Kultur. Was ursprünglich als kurzfristiges Projekt geplant war, wurde zu einem mehrjährigen Abenteuer, das sie beruflich und persönlich geprägt hat. 

Ich habe nicht lange überlegt, was schiefgehen könnte – ich bin einfach gegangen.
Lenka Knop
Head of Global Productmanagement EXT

Ein spannendes Projekt: Lokalisierung für den chinesischen Markt

Lenka Knop lernte viel über Land und Leute.
Lenka Knop lernte viel über Land und Leute.

Knops Hauptaufgabe in China bestand darin, eine ältere Maschinenbaureihe für den chinesischen Markt zu lokalisieren. Ziel war es, eine budgetfreundliche Variante zu entwickeln, die den Bedürfnissen vor Ort besser entsprach.

„Es war spannend zu sehen, wie sich die Anforderungen und Erwartungen des Marktes in China von denen in Deutschland unterscheiden.“ Besonders die Arbeitsweise in China beeindruckte sie: „Während in Deutschland oft akribisch geplant wird, bevor es an die Umsetzung geht, starten die Chinesen früh und lösen Probleme während des Prozesses.“

Dieser Ansatz brachte Geschwindigkeit, aber auch neue Herausforderungen mit sich, die Knop durch Beobachtung und Anpassung erfolgreich meisterte. 

In China zählt die Beziehung

Einer der größten Unterschiede, die Knop zwischen Deutschland und China bemerkte, war der Umgang mit Kommunikation. „In Deutschland sind wir sehr direkt – das gilt sowohl für positive als auch für kritische Rückmeldungen. In China ist das komplett anders.“

Hier werde großer Wert auf indirekte Kommunikation gelegt, und „Nein“ sage man praktisch nie. „Es wird eher umschrieben, zum Beispiel mit einem ‚I’m not so sure‘. Das musste ich erst lernen.“ 

Auch Beziehungen haben in der chinesischen Arbeitskultur eine zentrale Bedeutung. „Man kann noch so gut in seinem Fach sein, aber ohne eine starke Beziehungsebene ist es schwer, erfolgreich zu sein.“ Dieses Verständnis prägte ihre Herangehensweise an Führungsaufgaben und den Umgang mit ihrem Team. 

In China zählt die Beziehung – ohne Vertrauen läuft nichts.
Lenka Knop
Head of Global Product Management Extrusion

Die ersten Wochen: Gastfreundschaft und Neuanfang

Knops Start in China verlief reibungslos, nicht zuletzt dank der Unterstützung durch KraussMaffei und die Gastfreundschaft ihrer chinesischen Kollegen.

„Ich wurde von Anfang an in alles integriert, und ich wurde tatkräftig unterstützt, beispielsweise bei der Wohnungssuche oder der Vermittlung von Sprachkursen.“ 

Besonders hilfreich war die Begleitung durch ein Team vor Ort, das sich um organisatorische Fragen kümmerte. Dennoch war Knop von Beginn an aktiv: „Ich habe nie darauf gewartet, dass mir jemand hilft, sondern mich selbst um Informationen gekümmert.“ 

Zwischen Hot Pot und High-Tech: Alltag in China

Das Leben in China beeindruckte Knop in vielerlei Hinsicht – von der fortschrittlichen Digitalisierung bis hin zur faszinierenden Esskultur. „Alles, wirklich alles, läuft über das Smartphone“, berichtet sie. Bargeld? Überflüssig. Selbst Straßenverkäufer nutzen QR-Codes.

„Man kann innerhalb von Sekunden mit dem Handy bezahlen. Selbst ältere Menschen haben damit kein Problem.“ Auch die chinesische Küche begeisterte sie.

Besonders Hot Pot, ein gemeinschaftliches Essen, bei dem alle um einen Topf sitzen und das damit perfekt die Kultur Chinas widerspiegelt, wurde zu einem ihrer Highlights. „Es ist ein geselliges Erlebnis, das man mit Freunden oder Kollegen teilt. Diese Momente werde ich nie vergessen.“ 

China ist digitaler, als man es sich vorstellen kann.
Lenka Knop
Head of Global Product Management Extrusion

Zwischen Pandemie und Vielfalt

Lenka Knop konnte viel im Land reisen.
Lenka Knop konnte viel im Land reisen.

Die Corona-Pandemie stellte auch Lenka Knop vor viele Herausforderungen. Während des ersten Jahres konnte sie die Zeit nutzen, um China zu bereisen. An eine Reise außer Landes war sowieso nicht zu denken, da die Grenzen dicht waren.

Während ihrer Zeit in China erkundete Knop viele Teile des Landes – von pulsierenden Metropolen wie Shanghai, Peking, Guangzhou und Xi’an bis hin zu atemberaubenden Landschaften in Yunnan, Sichuan und Guangxi.

Darüber hinaus besuchte sie viele weitere sehenswerte Orte, darunter luxuriöse Urlaubsziele wie die tropische Insel Hainan. Die Provinzen Chinas beeindrucken durch ihre Vielfalt: „Dort findet man eine Vielseitigkeit, die man so gar nicht erwartet – von Stränden und Bergen über Wüsten bis hin zu tropischen Regionen.”

Shanghai blieb jedoch ihre Lieblingsstadt: „Die multikulturelle Atmosphäre, die internationalen Restaurants und die Expat-Community machen die Stadt zu einem perfekten Ort für Menschen aus aller Welt.“ 

Ein Rat für zukünftige Expats

Die Zeit in China war für Lenka Knop nicht nur beruflich eine Bereicherung, sondern auch eine intensive persönliche Lernerfahrung. Sie empfiehlt jedem, der nach China gehen möchte, sich der kulturellen Unterschiede bewusst zu sein und offen für Neues zu bleiben. 

Die Zeit in China hat sie nachhaltig geprägt. Freundschaften und berufliche Verbindungen, die sie in diesen Jahren knüpfte, bestehen bis heute. 

China hat mir gezeigt, wie viel man lernen kann, wenn man sich auf das Unbekannte einlässt.
Lenka Knop
Head of Global Product Management Extrusion